Mit voller Energie und Tatendrang fand Anfang 2022 die interkulturelle Projektwoche im Projekt Basketball baut Brücken (篮球建桥) unter dem Motto Nachhaltigkeit an der Kurt-Tucholsky-Oberschule statt. Das Motto lautete “天人合一” - ein chinesisches Sprichwort, das die Einheit von Natur und Mensch betont.

 

In diesem Rahmen haben die 22 Schüler:innen des Fachprojekts eine ganz besondere Projektwoche erlebt und sich dabei intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit in verschiedenen Workshop-Formaten beschäftigt. Diese wurde nicht nur im Klassenzimmer und der Turnhalle durchgeführt, sondern es fanden ebenfalls spannende Exkursionen ins Museum, in ein Kulturspace sowie zum Rollstuhlbasketball in die Max-Schmeling-Halle statt. 

Unser Einsatz für mehr Nachhaltigkeit 

Was bedeutet überhaupt Nachhaltigkeit? Was sind die SDGs? Was ist der ökologische Fußabdruck und wie kann ich meinen eigenen ökologischen Fußabdruck Abdruck berechnen und minimieren?

Mit all diesen Themen beschäftigten sich die 22 Jugendlichen im Projekt Basketball baut Brücken zu Beginn der Projektwoche. Und damit nicht genug, gemeinsam mit den AG-Leiter:innen erarbeiteten die Kinder individuelle Maßnahmen, wie sie Ihren eigenen ökologischen Fußabdruck minimieren können. Im Sinne eines (asynchronen) digitalen Austauschs, passierte auf chinesischer Seite genau das Gleiche (zeitlich versetzt). Die gemeinsamen Ergebnisse können sich die Schüler:innen auf der Plattform DINA anschauen (diese wird als Kommunikationsmedium im Rahmen des Austauschs verwendet). Neben den individuellen Maßnahmen entwickelten die Kinder auch Ideen für ein gemeinsames Gruppenprojekt, um den ökologischen Fußabdruck der Reise nach China auszugleichen. Zu den Ideen gehörten Plogging, ein nachhaltiger Markt aus abgelaufenen Produkten, die Bepflanzung von Dachgärten sowie ein Kleiderbasar.

 

Ich fahre immer mit dem Bus oder mit dem Fahrrad.

Miao Yanling, Schülerin Cao Yang Nr. 2 High School, Shanghai 

"Ich möchte nachhaltiger einkaufen gehen und mehr Bio-Produkte kaufen." Leonie, Schülerin Kurt-Tucholsky-Oberschule, Berlin 

Nachhaltigkeit im Kontext von Sport und China

Wie viele Leder-Basketbälle können aus einer Kuhhaut hergestellt werden? Was können Unternehmen, Sportvereine, Politiker:innen – und was kann ich tun – um Nachhaltigkeit im Sport zu unterstützen? Wie viel Prozent aller Bälle sind Fairtrade produziert und was bedeutet überhaupt Fairtrade?   

All diesen Fragen widmeten sich die Schüler:innen in einem Workshop rund um das Thema Fairtrade und Nachhaltigkeit im Sport, durchgeführt von dem Bündnis Sport handelt fair. Anhand eines Films, welcher die globale Arbeitsteilung entlang der Produktion eines Balls erzählte, wurde die Bedeutung der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, kurz SDGs, in der Sportartikelproduktion erarbeitet. In einem spannenden Mix aus Theorie und Praxis, lernten die Kinder die verschiedenen SDGs kennen, diskutierten Machtverhältnisse in der Sportartikelproduktion und erarbeiteten mögliche Maßnahmen, um die Sportartikelproduktion fairer zu gestalten.   

Ein Aspekt den sich alle Kinder sicherlich merken konnten: Aus einer Kuh können lediglich 3-5 Bälle gemacht werden.  

 

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China und Nachhaltigkeit

In einem Workshop mit Wang Ge, von unserer Partnerorganisation dem Bildungsnetzwerk China, lernten die Schüler:innen Klimaaktivist: innen in China kennen und tauschten sich, wie auch in Bezug auf die Sportartikelproduktion, über Machtverhältnisse und Einflussmöglichkeiten verschiedener Personen in Bezug auf den Klimaschutz aus. Diskutiert wurden außerdem die Rolle politischer Systeme, Institutionen sowie Medien in der gesellschaftlichen Verfolgung nachhaltiger Ziele.

Besuch im C*Space - Fokus Bambus – schnell nachwachsend, leicht und stabil  

Auch in Deutschland ist der Trend-Rohstoff Bambus als nachhaltiges Verpackungsmaterial angekommen. In einem spannenden Workshop über das schnellwachsende, leichte, dennoch stabile Material Bambus, hat die Architektin Yilan Zeng 曾亦兰 von Forest Studios sich zusammen mit den Schüler:innen die Frage gestellt, welche Rolle Mensch und Natur in der chinesischen Kultur spielen und wie Bambus vielfältig im Alltag eingesetzt werden kann. Die Schüler:innnen haben neue Perspektiven zu Nachhaltigkeit und der unterschiedlichen Verwendung von Bambus gewonnen. Außerdem konnten sie am Ende selbst aktiv werden, denn es wurden Zong Zi (chinesische Klebereistaschen) in Schilf (als lokaler Bambusblattalternative) gewickelt, gekocht und verkostet. Dieser Workshop fand bei leckerem chinesischen Tee im C*Space, einem interkulturellen Kulturspace mit Chinaverbindung in Weißensee, statt.

 

Basketball und Inklusion 

Basketballerisch wurde in dieser Projektwoche v.a. an der Individualtechnik gefeilt. So standen Abschluss- und Wurftechnik, sowie “Dropstep, Sprint and recover”-Bewegungstechniken auf dem Programm. Diese wurden auch spielerisch in Form von Skills-Challenges (einer Art Basketballtechnikparkour”) getestet. Zum einen entwarfen die Coaches in Anlehnung an das NBA-Allstar Weekend einen Layup-Contest, zum anderen wurden bestehende Alba-Skill-Challenges als Vorlage genutzt. Darüber Hinaus wurde auch das Zusammenspiel von zwei Spieler:innen trainiert, insbesondere Passen, die Abschluss- und Wurftechnik nach einem Pass, sowie einfach Laufwege. 

Ein sportliches sowie soziales Highlight war die Rollstuhlbasketballeinheit am Freitag. Dazu begaben sich die Schüler:innen und AG-Leiter:innen in die Max-Schmeling Halle, wo sie von Red Frister, dem Leiter der Rollstuhlbasketball-Abteilung von ALBA BERLIN, in diese inklusive Form des Spiels mit dem orangenen Leder eingeführt wurden. Es begann mit dem Aufbau der Rollstühle und einer Akklimatisierung mit der speziellen Motorik, über Spiele ohne Ball bis hin zum freien Spiel auf das volle Feld mit zwei Körben.

Die Schüler:innen lernten in diesem Rahmen spielerisch kennen, was es bedeutet einen Perspektivwechsel vorzunehmen und sich auf ein Spiel einzulassen, in dem man nicht die eigenen Beine nutzt. So konnten sie reflektieren, was für ein Privileg dies ist und gleichzeitig merken, dass man auch ohne diese Mobilität, bzw. mit Menschen ohne diese Fähigkeit Sport machen und Spaß haben kann. Nachhaltigkeit funktioniert nur mit Inklusion, d.h. wenn wir alle in ausreichendem Maße an Gesellschaft teilhaben.  

 

Internationales und Nachhaltigkeit bei ALBA BERLIN 

Die Projektwoche vereinte auf innovative Art und Weise zwei Ziele von ALBAs Sportidee: Nachhaltigkeit und interkulturelle Kompetenz. Durch das 5-tägige Format lernten die Schüler:innen wertvolle Inhalte zu Nachhaltigkeit, wurde selbst aktiv und tauschten sich zu dem Thema mit den chinesischen Schüler:innen aus. Ähnliche Formate will ALBA BERLIn in den nächsten Jahren auch im Kontext anderer Länder entwickeln, um so zu einer nachhaltigeren und friedlichen Welt beizutragen.