
Im ersten Heimspiel der Turkish Airlines EuroLeague misst sich ALBA am Freitag (8. Oktober 2021, 20.00 Uhr) mit dem französischen Meister ASVEL Villeurbanne. Nach der Aufktaktniederlage der Albatrosse beim FC Barçelona ist hier ein spannendes Spiel gegen ein Team in der vergangenen Saison ähnlich platzierte Mannschaft zu erwarten. Die Franzosen konnten sich im Auftaktspiel gegen Žalgiris Kaunas mit 88:76 durchsetzten, haben ihren Kader aber mit sieben Ab- und Neuzugängen deutlich stärker verändert als die Berliner. (Foto: EuroLeague)
MagentaSport überträgt das Spiel live. Hier gibt es Tickets für die Heimspiele in der Mercedes-Benz Arena
Achtung: Wir bitten alle Fans, sehr frühzeitig anzureisen, um bei Tip-Off am Platz sein zu können. Die pandemiebedingten Kontrollen am Einlass sind zeitaufwändig. In der Arena gilt außerdem unverändert ein Verbot für Taschen größer als A4.
Israel González (ALBA-Cheftrainer): „Das erste EuroLeague-Heimspiel zu gewinnen wäre wichtig, aber wir denken aktuell nicht über Siege nach. Unser Ziel bleibt es, als Mannschaft von Woche zu Woche zu wachsen und so nahe wie möglich an unsere hundert Prozent zu kommen. Wir sind nicht glücklich über unsere Verletzungssituation, aber wir haben jetzt 17 Spieler im Aufgebot und damit immer noch genug Spieler, um uns als Mannschaft weiterzuentwickeln. Natürlich wird uns Marcus (Eriksson) fehlen, aber wir haben andere Spieler im Team, die auch gute Schützen sind – nicht so gut wie Marcus, aber wir können uns auch in anderen Aspekten verbessern.“
Yovel Zoosman (ALBA-Forward): „Für mich ist es das erste EuroLeague-Heimspiel mit ALBA. Wir leben immer noch mit der Pandemie und ich verstehe, dass manche Leute sich noch nicht wieder trauen, auszugehen. Aber wir wollen einfach tollen Basketball spielen, um die Leute zu ermuntern, wieder zu unseren Spielen zu kommen. Ich freue mich auch auf das Wiedersehen mit Chris Jones, der bei Maccabi ein großartiger Teamkamerad war. ASVEL hat wie wir eine sehr junge Mannschaft mit viel Talent und zusätzlich einige erfahrene Spieler. Auch unter diesem Aspekt ist dies ein interessanter Gegner für das erste Heimspiel.“
Präsident Tony Parker hat mit ASVEL noch viel vor
Das in der Doppelstadt Lyon-Villeurbanne beheimatete ASVEL ist mit zwanzig errungenen Meistertiteln Frankreichs Rekordmeister, allerdings lagen die goldenen Zeiten vor allem in den Fünfziger-, Sechziger- und Siebzigerjahren. Als der französische NBA-Star Tony Parker 2014 die Präsidentschaft übernahm wurde der Club wiederbelebt, nicht zuletzt durch zusätzliche Geldgeber. ASVEL konnte in den vergangenen fünf Jahren drei Meisterschaften erringen und kehrte 2019 in die EuroLeague zurück. Demnächst will Parker seinen Verein mit dem Umzug in eine neue Großarena in Lyon mit einer A-Lizenz in der EuroLeague etablieren.
Sportlich glänzte ASVEL in der vergangenen Saison unter Trainer T.J. Parker (dem jüngeren Bruder von Tony Parker) mit einer sehr athletisch aufgestellten Mannschaft vor allem durch eine starke Verteidigung, die unter anderem zweimal den FC Barçelona niederrang. Auch das neue Team ist wieder sehr tief aufgestellt. Die insgesamt 16 Spieler (darunter vier jünger als 21 Jahre) vereinen Schnelligkeit und Größe sowie physische Stärke und große Korbgefährlichkeit von außen, was ASVEL zu einem der am schwierigsten auszurechnenden Gegner in der EuroLeague macht.
NBA-Rückkehrer Élie Okobo ist der neue Star im Backcourt
Erster Spielmacher des neuen ASVEL-Teams ist der von Maccabi Tel Aviv nach Villeurbanne gewechselte Chris Jones, der zwar auch ein guter Werfer ist, sich aber mit seinen Pässen in erster Linie als Regisseur definiert. Mit seiner kräftigen Statur setzt der 1,88 Meter große US-Point Guard auch in der Defense starke Akzente. Der als ehemaliger und langjähriger Nationalspieler mit allen Wassern gewaschene Antoine Diot ist ebenfalls ein guter Verteidiger und Passgeber, steigerte seine ursprünglich nicht so konstante Dreierquote in der vergangenen Saison noch dazu auf starke 52,5 Prozent (zweitbeste Quote in der EuroLeague).
Als dritter Spielmacher tritt der 19-jährige Matthew Strazel auf, der es bereits in der letzten Saison in der EuroLeague auf 13 Minuten pro Spiel brachte. Der neue Star im ASVEL-Backcourt ist indes der nach drei NBA-Jahren (Phoenix) nach Frankreich zurückgekehrte Combo Guard Élie Okobo, der vor einer Woche bei seinem EuroLeague-Debüt gegen Žalgiris mit 23 Punkten (ohne Fehlwurf) gleich der Matchwinner für ASVEL war. Mit seiner bis hinter die Dreierlinie reichenden Korbgefährlichkeit ist der athletische Okobo in der Saison 2021/22 wohl ASVELs erste Option in der Offensive.
David Lighty und Charles Kahudi in der 7. Saison für ASVEL
Ähnlich große Korbgefahr strahlt der 33-jährige David Lighty aus, der schon seine siebte Saison im ASVEL-Trikot spielt. Der agile US-Forward (Spitzname „D-Light“) kann mit seinen plötzlichen Drives und Dreiern gefährlich heiß laufen und das gesamte Team mitreißen. Der andere Dauerbrenner im Team ist der 35-jährige Kapitän Charles Kahudi, der ebenfalls seine siebte Saison für ASVEL spielt. Wie der kräftige Körperbau des in Kinshasa (Kongo) geborenen Forwards vermuten lässt, ist er ein extrem unbequemer und effektiver Verteidiger, der aber gleichwohl auch immer wieder für einen eiskalten Dreier gut ist.
Dass David Lighty in der vergangenen Woche aus familiären Gründen in die USA flog und die ersten Saisonspiele verpasste, wirkte sich nicht negativ für ASVEL aus, weil dem Coach mit Paul Lacombe und William Howard zwei Nationalspieler zur Verfügung stehen. Beide spielen auf dem Flügel mit viel Energie. Dabei weicht der etwas kleinere Lacombe mit großer Spielübersicht eher zur Position zwei und der vor zwei Jahren in der NBA (Houston) glücklose Howard eher zur Position vier aus, wo er von außen (im Vorjahr 51,5 Prozent Dreier!) die gegnerische Defense auseinanderzieht.
Riesen versperren dem Gegner den Weg zum ASVEL-Korb
Auf der Position vier hat ASVEL sich im Sommer mit Raymar Morgan und Dylan Osetkowski verstärkt, die wir aus der Bundesliga kennen, wo beide für Göttingen und anschließend Ulm spielten. Für den aktuell verletzten Morgan haben die Franzosen kurzfristig James Gist verpflichtet. Der 34-Jährige war im Vorjahr mit seiner zwölfjährigen EuroLeague-Erfahrung ein großer Faktor für den Erfolg von Bayern München und soll jetzt genauso den ASVEL-Frontcourt stabilisieren. Erste Option bleibt auf der Position vier aber der gleichermaßen innen wie außen korbgefährliche 25-jährige Osetkowski, der auch ein guter Rebounder und Passgeber ist.
Drei echte Riesen, von denen der Grieche Kostas Antetokounmpo – ein Bruder des NBA-Champions Giannis Antetokounmpo („The Greek Freak“) – mit 2,08 Metern noch der kleinste ist, runden den ASVEL-Frontcourt ab. Der von NBA-Experten bereits als möglicher Nr.1-Draft-Pick 2023 hoch gehandelte Victor Wembanyama misst 2,18 Meter und der im Sommer aus Vitoria nach Villeurbanne gekommene Youssoupha Fall sogar 2,21 Meter, so dass ASVEL-Trainer T.J. Parker angesichts der Beweglichkeit und des Talents des 17-jährigen Wembanyama sogar die Option hat, mit beiden Riesen nebeneinander eine „Mauer“ unter dem eigenen Korb zu errichten.
Zum EuroLeague-Auftakt 88:76-Sieg gegen Zalgiris Kaunas
ASVEL ist am Sonntag und Dienstag mit zwei Siegen über Gravelines und in Le Portel erfolgreich in die französische Liga gestartet. Das größte Ausrufezeichen setzte der französische Meister aber bereits am Freitag – noch ohne David Lighty und James Gist – mit einem 88:76-Auftaktsieg in der EuroLeague über Žalgiris Kaunas. Angeführt von Élie Okobo (23 Punkte ohne Fehlwurf) hatte ASVEL nicht nur die bessere Wurfquote (11/23 Dreier), sondern gewann auch das Rebound-Duell gegen das neue Team von Niels Giffey deutlich 35:26. Auch Spielmacher Chris Jones (14 Punkte und sechs Assists), Center Youssoupha Fall (zwölf Punkte und neun Rebounds) sowie Charles Kahudi (11) punkteten zweistellig.
In den ersten drei Saisonspielen (EuroLeague und LNB) spielte ASVEL in folgender Aufstellung:
PG: Chris Jones (22 min, 14 pt, 4 as, 4 rb, 2 st), Matthew Strazel (19 min, 4 pt, 3 as)
SG: Élie Okobo (25 min, 14 pt, 4 rb, 4 as), Antoine Diot (15 min, 8 pt)
SF: William Howard (23 min, 5 pt), Paul Lacombe (20 min, 8 pt, 2 st)
PF: Dylan Osetkowski (23 min, 13 pt, 5 rb), Charles Kahudi (18 min , 7 pt)
C: Y. Fall (15 min, 9pt, 5 rb), J. Gist (18 min, 9 pt, 4 rb), K. Antetokounmpo (11 min, 6 pt)
Gut zu wissen:
Antoine Diot spielte von 2015 bis 2017 zusammen mit dem heutigen ALBA-Kapitän Luke Sikma für Valencia und wurde 2017 an dessen Seite spanischer Meister. Chris Jones spielte in der vergangenen Saison zusammen mit Yovel Zoosman für Maccabi Tel Aviv und wurde in Israel Meister und Pokalsieger.
ALBA spielte in dieser Saison in einem Saisonvorbereitungsturnier vor vier Wochen bereits in Paris gegen ASVEL und gewann das Spiel mit 20 Punkten von Marcus Eriksson, 19 von Maodo Lô und neun von Yovel Zoosman 71:62. Raymar Morgan (18), Chris Jones (12), David Lighty (9) und Élie Okobo (9) waren ASVELs Toposcorer.
Kostas Antetokounmpo war bis zum Sommer der einzige aus seiner Familie, der einen NBA-Titel gewonnen hatte (2020 mit den L.A. Lakers). Im Sommer gewannen aber auch Giannis (NBA-MVP 2019 und 2020) und Thanassis Antetokounmpo mit Milwaukee die NBA. Die drei Griechen sind in der Geschichte der US-Profiliga jetzt das erste Brüder-Trio mit NBA-Titeln. Die Geschichte geht aber weiter: Vor vier Wochen haben die Toronto Raptors Alexis Antetokounmpo (20), den kleinen Bruder von Giannis, Kostas und Thanassis, verpflichtet.
ASVEL Lyon-Villeurbanne (Stats EuroLeague vs. Žalgiris)
Nr. | Name | Pos. | Alter | cm | Nat. | EL | Pkt | Rb | As |
0 | Élie Okobo | 1/2 | 23 | 191 | FRA | --- | 23 | 2 | 1 |
1 | Victor Wembanyama | 4/5 | 17 | 218 | FRA | --- | 0 | 0 | 0 |
2 | Raymar Morgan (verletzt) | 4 | 33 | 203 | USA | --- |
|
|
|
3 | Chris Jones | 1 | 28 | 188 | USA | 1 J. | 14 | 3 | 6 |
5 | Charles Kahudi | 3 | 35 | 199 | FRA | 2 J. | 11 | 4 | 1 |
6 | Paul Lacombe | 2/3 | 31 | 195 | FRA | 4 J. | 5 | 1 | 0 |
8 | Antoine Diot | 1 | 32 | 193 | FRA | 5 J. | 8 | 3 | 2 |
11 | Elwin Ndjock | 3 | 20 | 200 | FRA | --- |
|
|
|
14 | James Gist | 4/5 | 34 | 204 | USA | 12 J. |
|
|
|
19 | Youssoupha Fall | 5 | 26 | 221 | SEN/F | 2 J. | 12 | 9 | 1 |
21 | Dylan Osetkowski | 4 | 25 | 206 | USA/D | --- | 2 | 4 | 1 |
23 | David Lighty | 3 | 33 | 198 | USA | 3 J. |
|
|
|
25 | William Howard | 3/4 | 27 | 203 | FRA | 1 J. | 7 | 1 | 1 |
28 | Kymany Houinsou | 1/2 | 17 | 196 | FRA | --- | 0 | 0 | 0 |
32 | Matthew Strazel | 1 | 19 | 182 | FRA | 2 J. | 0 | 1 | 1 |
37 | Kostas Antetokounmpo | 4 | 23 | 208 | GRE | --- | 6 | 3 | 0 |
Headcoach: T.J. Parker (37, FRA, zweite EuroLeague-Saison mit ASVEL)
ASVEL: Resultate der letzten drei Wochen
17.09. LyonSO Basket – ASVEL (Testspiel) 50:83 (S) Okobo 17
24.09. ASVEL – Fos-sur-Mer (Testspiel in Feurs) 73:80 (N) Jones 14
1.10. ASVEL – Zalgiris Kaunas (EuroLeague) 88:76 (S) Okobo 23
3.10. ASVEL – BCM Gravelines (LNB) 83:81 (S) Okobo 17
5.10. Le Portel – ASVEL (LNB) 69:94 (S) Osetkowski 21
ALBA BERLIN: Resultate der letzten drei Wochen
15.09. Bursa – ALBA (Turnier in Bursa) 89:75 (N) Sikma 17
17.09. Merkezefendi – ALBA (Turnier in Bursa) 92:101 (S) Eriksson 21
18.09. Petkim – ALBA (Turnier in Bursa) 90:89 (N) Olinde 16
23.09. ALBA – Bonn (easyCredit BBL) 86:88 (N) Eriksson 16
28.09. ALBA – Frankfurt (easyCredit BBL) 101:63 (S) Eriksson 21
1.10. Barçelona – ALBA (EuroLeague) 96:64 (N) Sikma 16
3.10. ALBA – Bonn (BBL Pokal) 83:80 (S) Zoosman 20
ALBA-Bilanz gegen ASVEL
6 Siege – 5 Niederlagen (in Berlin 5-0)
EuroLeague 2-3 / FIBA-Europaliga 3-1 / Korac Cup 1-1
Höchster Sieg: 80:73 am 7. Januar 2004 in Berlin (EuroLeague)
Höchste Niederlage: 81:93 am 20. Dezember 2019 in Villeurbanne (EuroLeague)