
Nach dem Gewinn des BBL Pokals und dem EuroLeague-Auswärtssieg in Villeurbanne wollen die Basketballer von ALBA BERLIN ihren Lauf auch beim nächsten EuroLeague-Heimspiel fortsetzen. Am Donnerstag (3. März, 20 Uhr, live auf MagentaSport) sorgt das Gastspiel von Žalgiris Kaunas auch für ein Wiedersehen mit dem bei ALBA groß gewordenen Niels Giffey. Der 30-jährige Berliner, der im Sommer zu Žalgiris gewechselt ist, kommt zum ersten Mal in seiner Karriere als Gast in die Mercedes-Benz Arena. (Foto: EuroLeague)
Israel González (ALBA-Cheftrainer): „Bis auf unsere drei Nationalspieler konnte sich das Team in den letzten Tagen gut erholen und sich intensiv auf das Spiel gegen Žalgiris vorbereiten. Kaunas hat sich in den letzten Spielen stark präsentiert und in der EuroLeague drei Siege in Folge geholt. Wir rechnen mit einem Gegner, der voller Selbstvertrauen und Energie nach Berlin kommt. Wie alle im Club freue ich mich sehr auf das Wiedersehen mit Niels, mit dem ich hier vier Jahre zusammengearbeitet habe.“
Luke Sikma (ALBA-Kapitän): „Das Spiel gegen Žalgiris wird mit Sicherheit sehr tough. Wir müssen uns auf ein intensives Spiel einstellen und dürfen Kaunas auf keinen Fall unterschätzen. Die Siege gegen Monaco, Madrid und Panathinaikos zeigen, dass Žalgiris gerade sehr gut in Form ist. Das Wiedersehen mit Niels macht das Spiel für uns natürlich auch besonders. Ich bin mir sicher, dass er großartig von unseren Fans empfangen wird und ich freue mich darauf, gegen ihn zu spielen.“
Žalgiris, das 2018 noch im Final Four der EuroLeague stand, erlebt 2021/22 eine von immer neuen Verletzungen und Corona-Infektionen überschattete Saison. Auch die frühe Ablösung von Trainer Martin Schiller konnte nicht verhindern, dass der litauische Meister in der EuroLeague die ersten neun Spiele verlor und die rote Laterne bis heute nicht mehr los wurde. Derzeit befindet sich Žalgiris aber in einem Aufwärtstrend.
Nationalspieler Lukas Lekavičius treibt Žalgiris nach vorne
Unter dem neuen slowenischen Headcoach Jure Zdovc verbesserte sich die Situation im Februar nach der Rückkehr fast aller verletzten Leistungsträger. Žalgiris hat jetzt mehr Optionen und kann mit der nun endlich gegebenen Mannschaftstiefe rotieren. Das zahlt sich vor allem in der Verteidigung aus, auf die der neue Trainer noch mehr Wert legt als sein Vorgänger. Zwar ist der Playoff-Zug für die Litauer inzwischen abgefahren, aber das hindert Žalgiris nicht daran, mit dem endlich gefundenen Rhythmus in den verbleibenden Spielen noch kräftig aufzutrumpfen.
Einen personellen Engpass gibt es aktuell nur noch im Backcourt, wo neben dem am Sprunggelenk operierten Routinier Mantas Kalnietis am Dienstag beim Nachholspiel in Athen auch der neuseeländische Spielmacher Tai Webster wegen einer Erkrankung fehlte. Auch gegen ALBA wird deshalb wohl in erster Linie Lukas Lekavičius das Team nach vorne treiben. Der 2019 nach zwei Saisons für Panathinaikos zu seinem Jugendclub zurückgekehrte Nationalspieler attackiert seine Gegner aggressiv im Eins-gegen-Eins und ist auch von der Dreierlinie gefährlich.
Edgaras Ulanovas ist wieder der Go-to-Guy
Ebenfalls viel EuroLeague-Erfahrung bringt Janis Strēlnieks mit, der von 2014 bis 2017 für Bamberg und anschließend je zwei Jahre für Olympiakos Piräus und ZSKA Moskau spielte. Der lettische Combo-Guard liest das Spiel sehr gut, versteht sich darauf, das Tempo zu wechseln, die Pässe optimal zu timen und ist auch selbst sehr korbgefährlich. Der gefährlichste Schütze im Team bleibt aber natürlich der 35-jährige Dreierspezialist Artūras Milaknis, der mit einer Quote von 42 Prozent aus der Distanz auch in dieser Saison wieder der treffsicherste Spieler bei Kaunas ist.
Vielseitigkeit ist hingegen das Markenzeichen der beiden Forwards Edgaras Ulanovas und Niels Giffey. Ulanovas, dessen Rückkehr von Fenerbahçe im Sommer von Žalgiris als Rückkehr des verlorenen Sohns gefeiert wurde, hat sich gerade in den letzten Wochen mit im Schnitt zwölf Punkten und fünf Rebounds als Go-to-Guy erwiesen. Auch Giffey hatte zuletzt großen Anteil am Aufschwung von Žalgiris und war vor drei Wochen mit 15 Punkten in 14 Minuten der Matchwinner beim 83:82 in Monaco.
Tyler Cavanaugh hat in der Zone starke Center an seiner Seite
Mit Tyler Cavanaugh hat Žalgiris noch einen zweiten Ex-Albatros im Aufgebot. Der Forward/Center entwickelte sich gerade in den schwierigen Monaten, in denen Žalgiris die Big Men ausgingen, zum Joker im Frontcourt. Eine von Cavanaughs Stärkne ist die Gefährlichkeit von der Dreierlinie, mit der er die gegnerische Verteidigung auseinanderzieht. Unterstützt wird der US-Amerikaner auf der Position vier von einer EuroLeague-Legende: Kapitän Paulius Jankūnas spielt schon seine 19. EuroLeague-Saison (die 18. für Žalgiris) und führt die ewige EuroLeague-Statistik mit 385 Spielen und fast 2.000 Rebounds an.
Unter dem Korb hat Trainer Jure Zdovc mit dem NBA-erfahrenen Franzosen Joffrey Lauvergne, dem reboundstarken US-Amerikaner Josh Nebo und dem litauischen Talent Marek Blaževič viele Optionen. Lauvergne ist ein dynamischer und defensivstarker, aber auch in der Offensive immer anspielbereiter Center. Der fünf Zentimeter kleinere Nebo ist als mobiles und athletisches Kraftpaket immer für ein Block oder einen spektakulären Dunk gut. Der erst 20-jährige Blaževič zählt mit seinen 2,11 Metern zu den Entdeckungen der diesjährigen EuroLeague-Saison.
Defensives Ausrufezeichen gegen Real Madrid
Wie sehr Žalgiris in dieser Saison unter den vielen Ausfällen gelitten hat, wurde im Februar nach der Rückkehr mehrerer Spieler deutlich. Žalgiris gewann prompt in Monaco, gewann souverän den litauischen Pokal und setzte vor einer Woche mit einen 68:47-Sieg über Real Madrid ein defensives Ausrufezeichen. 47 Punkte markierten dabei die geringste Korbausbeute der Madrilenen seit Gründung der EuroLeague.
Nach der Rückkehr fast aller verletzten Spieler spielt Žalgiris in folgender Aufstellung (in Klammern gerundete EuroLeague-Stats):
PG: Lukas Lekavičius (23min, 9pt, 4as), Tai Webster (14min, 5pt)
SG: Janis Strelnieks (22min, 8pt), Artūras Milaknis (18min, 6pt)
SF: Edgaras Ulanovas (26min, 7pt, 4 rb), Niels Giffey (16min, 6pt), K. Lukošiūnas (12min, 3pt)
PF: Tyler Cavanaugh (26min, 9pt, 5rb), Paulius Jankūnas (13min, 3pt)
C: Josh Nebo (23min, 8pt, 6rb), Joffrey Lauvergne (15min, 7pt), M. Blaževič (13 min, 7pt)
Gut zu wissen:
Tyler Cavanaugh wurde in der Saison 2019/20 mit ALBA BERLIN zusammen mit Niels Giffey, Luke Sikma Marcus Eriksson, Johannes Thiemann, Tim Schneider, Jonas Mattisseck, Malte Delow und Krešo Nikić Deutscher Meister und Pokalsieger. Janis Strēlnieks wurde 2016/17 mit Brose Bamberg zusammen mit Maodo Lô und Louis Olinde Deutscher Meister und Pokalsieger.
Žalgiris Kaunas (Stats Turkish Airlines EuroLeague 2021/22)
Nr. | Name | Pos. | Alter | cm | Nat. | EL | Pkt/Sp | Rb/Sp | As/Sp |
0 | Tai Webster | 1 | 26 | 193 | NZL | --- | 4,7 | 1,1 | 1,9 |
1 | Marek Blaževič | 5 | 20 | 211 | LTU | 1 J. | 6,5 | 3,0 | 0,9 |
4 | Lukas Lekavičius | 1 | 27 | 180 | LTU | 7 J. | 9,2 | 1,3 | 4,0 |
7 | Josh Nebo | 5 | 24 | 206 | USA | --- | 8,3 | 6,2 | 0,4 |
9 | Mantas Kalnietis (verl.) | 1 | 35 | 196 | LTU | 11 J. | 5,9 | 1,1 | 4,4 |
10 | Regimantas Miniotas | 4/5 | 25 | 208 | LTU | --- | 3,3 | 2,0 | 0,3 |
13 | Paulius Jankūnas | 4 | 37 | 205 | LTU | 18 J. | 3,0 | 3,0 | 0,7 |
16 | Karolis Lukošiūnas | 3 | 24 | 195 | LTU | 2 J. | 3,1 | 0,9 | 0,6 |
17 | Mantas Rubštavičius | 2 | 19 | 198 | LTU | 1 J. |
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21 | Artūras Milaknis | 2/3 | 35 | 195 | LTU | 11 J. | 6,4 | 1,0 | 0,3 |
26 | Titas Sargiūnas | 1 | 18 | 190 | LTU | --- |
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32 | Janis Strēlnieks | 1/2 | 32 | 191 | LAT | 7 J. | 8,1 | 1,8 | 1,6 |
34 | Tyler Cavanaugh | 4/5 | 27 | 206 | USA | 1 J. | 8,8 | 5,1 | 1,4 |
55 | Niels Giffey | 3/4 | 30 | 200 | GER | 3 J. | 5,5 | 2,8 | 0,7 |
77 | Joffrey Lauvergne | 5 | 30 | 211 | FRA | 5 J. | 7,3 | 3,4 | 0,9 |
92 | Edgaras Ulanovas | 3 | 29 | 199 | LTU | 7 J. | 6,8 | 4,3 | 1,5 |
Headcoach: Jure Zdovc (55 Jahre, SLO, vierte EuroLeague-Saison, die erste mit Kaunas)
Žalgiris: Resultate der letzten drei Wochen
08.2. Žalgiris – Armani Mailand (EuroLeague) 70:74 (N) Lekavicius 16
10.2. AS Monaco – Žalgiris (EuroLeague) 82:83 (S) Giffey 15
15.2. Pieno žvaigždės Pasvalys – Žalgiris (LKL) 83:102 (S) Ulanovas 24
19.2. Žalgiris – 7bet Šiauliai (Pokalhalbfinale) 80:68 (S) Lauvergne 15
20.2. Žalgiris – Lietkabelis Panevėžys (Pokalfinale) 91:66 (S) Nebo 25
24.2. Žalgiris – Real Madrid (EuroLeague) 68:47 (S) Ulanovas 15
01.3. Panathinaikos Athen – Žalgiris (EuroLeague) 83:96 (S) Ulanovas 22
ALBA: Resultate der letzten drei Wochen
10.2. ALBA – Zenit St. Petersburg (EuroLeague) 76:67 (S) Lô 15
13.2. ALBA – Merlins Crailsheim (easyCredit BBL) 106:74 (S) Zoosman 17
15.2. Fraport Skyliners – ALBA (easyCredit BBL) 56:72 (S) Delow 11
19.2. ALBA – Niners Chemnitz (Pokalhalbfinale) 91:81 (S) Smith 19
20.2. ALBA – Merlins Crailsheim (Pokalfinale) 86:76 (S) Lô 20
24.2. ASVEL Villeurbanne – ALBA (EuroLeague) 80:82 (S) Smith 16
ALBA-Bilanz gegen Žalgiris: 6:5
6 Siege – 5 Niederlagen (in Berlin 4-1)
FIBA-Europaliga 1-1 / EuroLeague 5-4
Höchster Sieg: 77:55 am 29. März 2013 in Berlin
Höchste Niederlage: 56:92 am 31. Januar 2013 in Kaunas