Mit Louis Olinde konnte ALBA BERLIN im Sommer eines der vielversprechendsten deutschen Talente verpflichten. Der gebürtige Hamburger spielt Basketball, seitdem er denken kann. Und wenn er mal nicht für ALBA auf dem Parkett steht, widmet er sich anderen Sportarten. Die Geschichte eines Sportverrückten.

In einem Interview mit DAZN antwortete Louis Olinde auf die Frage, wie man sich seine Kindheit vorzustellen habe, einst so simpel wie aussagekräftig: „In der Basketballhalle.“ Der Sport begleitet den gebürtigen Hamburger seit jeher, kommt er doch aus einer waschechten Basketballfamilie. Sein Vater Wilbert Olinde ist eine Legende der Basketball-Bundesliga. 1977 wechselte er nach seinem Studium an der renommierten Uni UCLA nach Göttingen, 1980, 1983 und 1984 wurde er dort jeweils Deutscher Meister. Louis‘ Mutter Ursula spielte ebenfalls Basketball, unter anderem in der Zweiten Bundesliga. „Sie hat auch noch gespielt, als ich auf die Welt kam. Am Wochenende war ich immer bei ihren Spielen. Dazu hat mein Vater im Sommer oft Basketballcamps organisiert und auch zwischendurch noch Frauenteams trainiert. Bei deren Spielen war ich auch dabei und habe immer auf die Seitenkörbe geworfen“, erzählt Olinde von seinen Anfängen mit dem orangefarbenen Leder.

Zur ersten Begeisterung und einem gewissen Talent kam im Anschluss sehr viel harte Arbeit. In Hamburg machte er sich bereits in jungen Jahren einen Namen, dazu durchlief er die deutschen Jugend-Nationalmannschaften. Gelangweilt habe ihn der Sport trotz dessen Omnipräsenz in seinem Leben aber nie: „Zu viel Basketball? Nein, diesen Punkt gab es nie. Ich habe mir außerdem mit dem Fußballspielen früher einen guten Ausgleich geschaffen“, erzählt der leidgeprüfte HSV-Fan.
 

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Wenn er heute selbst mal nicht spielt, schaut Olinde auch viel Basketball, vor allem EuroLeague und NBA. Gut vorbereitet ist ist er deshalb nicht nur dank der vom Trainerteam bereitgestellten Scoutingreports zu den Gegnern. Zusätzlich interessiert sich Olinde für Tennis, die Formel 1 und eben Fußball. „Ich gucke wirklich richtig viel Sport. Ich mache das einfach gerne. Ich lasse mich auch sehr schnell von neuen Sportarten begeistern.“ 

"Berlin wollte man immer schlagen"

Ein Hamburger in Berlin. Ja, eine gewisse Rivalität zwischen diesen Städten habe es auch für ihn gegeben, erzählt Olinde rückblickend: „Es sind eben die zwei größten deutschen Städte, dazu haben beide ihre ganz eigenen Wiedererkennungswerte. Das bekomme ich hier tatsächlich auch mit. Die Berliner im Team schießen gerne mal aus Spaß gegen Hamburg und ich dann eben auch zurück.“ In jungen Jahren hat er mit der Hamburger Auswahl auch mehrfach gegen die aus Berlin gespielt. „Die hatten immer richtig gute Jugendteams mit vielen guten Spielern. Berlin wollte man deswegen immer besonders gerne schlagen. Die waren das Maß aller Dinge im Jugendbereich in Norddeutschland.“ So spielte Olinde bereits sehr früh gegen seinen heutigen Mitspieler Tim Schneider oder auch gegen Moritz Wagner.
 

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Den Schritt ins Profigeschäft wagte der Junge aus dem Norden dann im Süden der Republik. Vier Jahre lief er für Brose Bamberg auf, gewann dort 2017 das Double aus Meisterschaft und Pokal und 2019 erneut den Pokal. Eine lehrreiche Zeit sei das gewesen, auch dank der ersten Erfahrungen in der EuroLeague. Darauf baut der 22-Jährige bei ALBA bislang erfolgreich auf. Olinde überzeugt als bissiger Verteidiger und exzellenter Rebounder, der offensiv, wie beim Heimsieg über Fenerbahce, auch immer wieder von der Dreierlinie aus gefährlich werden kann. Auch menschlich ist Olinde wichtig für das Team. Beim Lotto Berlin Fantalk wählten Jayson Granger und Simone Fontecchio ihn jüngst als witzigsten Mitspieler aus, dazu schwört Olinde das Team vor jedem Spiel im Huddle mit dem Schlachtruf "Is this all we got?" ein, woraufhin ihm ein lautes "This is all we need!" entgegenschallt.

Gut angekommen

Auch in der Stadt habe er sich sehr gut eingelebt, in einer schönen Wohngegend im Prenzlauer Berg: „Die Stadt ist mega! Ich habe durch die aktuelle Situation bislang natürlich nur die Light-Version erlebt, aber ich mag es richtig gerne. Der Vibe hier gefällt mir wirklich gut. In Hamburg geht es oft gefühlt mehr um das Sehen und Gesehen-Werden. Hier macht jeder sein Ding, und das ist für jeden in Ordnung.“ 

Zu viel wird ihm das mit dem Basketball dabei auch heute nicht. Auch nicht in einem knochenharten Monat wie dem Dezember, in dem Olinde und die Albatrosse das historische Pensum von 13 Pflichtspielen absolvieren müssen: „Manchmal ist es nicht einfach, sich immer wieder und vor allem schnell zu regenerieren. Trotzdem macht es unglaublich viel Spaß! Auch in dieser besonderen Situation.“ Für ihn gelte einfach: „Sport, Sport, Sport.“