Den vergangenen Samstag wird Nolan Adekunle so schnell nicht vergessen. Da warf der Flügelspieler LOK Bernau per Buzzer-Beater zum Sieg gegen Münster. Im Interview spricht Nolan über diesen Moment, das überwältigende Feedback danach und das Pendeln zwischen ProB und NBBL.

Nolan, am Samstag hast du LOK Bernau per Buzzer-Beater zum 68:67-Heimsieg gegen die WWU Baskets Münster geworfen. Was war das für ein Moment für dich?
Ich kann diese Szene und dieses Gefühl gar nicht so richtig beschreiben. Das waren Emotionen pur. Bis ich realisieren konnte, was da genau passiert ist, mussten ein paar Stunden vergehen. Ich konnte das selbst gar nicht so richtig glauben. Das ganze Spiel war ja ein extrem harter Kampf. Wir lagen bis zum Buzzer die ganze Zeit hinten und haben es dann doch noch geschafft zu gewinnen. Solche Emotionen kann man sich nicht kaufen. Und genau für diese Momente betreibt man diesen Sport so gerne. 

War das dein erster Buzzer-Beater oder bringst du in der Hinsicht bereits Erfahrung mit?
Das war mittlerweile mein zweiter. Den ersten habe ich in einem Regionalligaspiel getroffen. Das müsste vor zwei Jahren gewesen sein. Da habe ich in letzter Sekunde einen Dreier aus der Ecke getroffen. Der Gamewinner gegen Münster war aber der erste vor Publikum. Deswegen sind die beiden Situationen schwer zu vergleichen.

Wie viel Zeit musstest du nach dem Spiel gezwungenermaßen an deinem Handy verbringen?
(lacht) Es kamen tatsächlich unheimlich viele Nachrichten und Glückwünsche rein! Allein auf Instagram: Wie viele Stories es gab, in denen ich markiert wurde. Meine Story war wirklich so voll wie noch nie, weil ich das alles gerepostet habe. Aber das lief nicht nur über Social Media: Ich war am Montag in der ALBA-Geschäftsstelle in der Cantianstraße. Jeder Coach, den ich getroffen habe, hat mir gratuliert. Ich war teilweise echt erstaunt, wie viele Leute das mitbekommen haben. Das war schon überwältigend. Im Hinterkopf war aber immer der Gedanke, dass dieser Buzzer-Beater das Ergebnis einer guten Teamarbeit war. Ich hätte am liebsten das gesamte Team bei all diesen Stories markiert. 
 

image.alternative
image.alternative
image.alternative


Fotos: Florian Ullbrich

Du spielst im Rahmen der Kooperation mit LOK Bernau auch weiterhin für ALBAs NBBL-Team. Auch dort läuft es bislang für euch als Mannschaft sehr gut. Ihr habt eure ersten drei Saisonspiele gewonnen und steht auf dem ersten Tabellenplatz der Hauptrunde A – Nord. Was macht euer Team aus?
Wir sind ähnlich wie in den letzten Jahren ein sehr junges Team mit vielen individuell talentierten Spielern. Wir spielen einen sehr schnellen Basketball und setzen auf die Breite unseres Kaders. Wir versuchen, sehr viel zu passen und so das gesamte Team zu involvieren. So entsteht auch eine sehr gute Teamchemie. Das sieht man auch an der Punkteverteilung. Bei uns tragen nicht zwei oder drei Spieler die Scoring-Last, vielmehr kommen alle zu ihren Punkten und tragen etwas bei. Außerdem kennen die meisten von uns unseren Headcoach Vladimir Bogojevic schon über mehrere Jahre, wodurch eine enge Bindung entstanden ist und jeder seinen Auftrag kennt. Das ergibt unterm Strich ein gutes Gesamtpaket mit sehr viel Potenzial. Unser Ziel ist auch in diesem Jahr wieder das TOP4. 

Wie bekommst du das Spielen in mehreren Teams und an verschiedenen Standorten unter einen Hut?
Ich trainiere viermal die Woche in Bernau, dazu kommt das Frühtraining. Bei der NBBL habe ich in dieser Saison erst zweimal mittrainiert. Generell ist das Spielen in mehreren Teams natürlich mit etwas Extraarbeit verbunden. Man muss sich abseits des Trainings mit den Plays beschäftigen und die Spielidee kennenlernen. Wenn man das wirklich will und ein Ziel hat, ist das aber kein Problem. Mir macht das ja vor allem auch Spaß! Deswegen fällt es mir auch leicht, das zu managen. Es ist eben auch ein Luxus, überhaupt in dieser Situation sein zu dürfen.

Wie sehr hilft dir das für deine persönliche Entwicklung als Spieler?
Ich mache das jetzt im zweiten Jahr in Folge, und es tut mir definitiv gut. Ich habe mich in dieser Zeit auf jeden Fall weiterentwickelt. Es ist wie gesagt ein enormer Luxus, für LOK Bernau in der ProB spielen zu dürfen. Das Niveau dort ist eben nochmal ein anderes als in der NBBL. Das Spiel ist generell physischer, und man trifft logischerweise auf erfahrenere Gegenspieler. Da kann man sich schnell verbessern. In der NBBL übernehme ich natürlich eine ganz andere Rolle als in Bernau. Dort gehöre ich zu den jüngeren Spielern und habe keine Leaderrolle inne. In der NBBL ist es genau umgekehrt. Da gehöre ich zu den ältesten und muss eben genau diese Rolle einnehmen. Das ist ein guter Mix. Es hilft, Verantwortung übernehmen zu müssen. 

ALBAs NBBL-Team tritt am kommenden Sonntag (1. November, 19 Uhr) in der Schützenstraße gegen Science City Jena an. Zu dem Spiel sind keine Zuschauer zugelassen.

LOK Bernau ist am Samstag (31. Oktober, 19 Uhr) bei den ART Giants Düsseldorf zu Gast. Übrigens: Seit dieser Saison bietet LOK einen besonderen Service an. Alle ProB-Heimspiele werden kostenfrei live auf YouTube, Sportdeutschland.tv und Facebook übertragen und sind nach Spielende auch noch auf Abruf und in voller Länge verfügbar.