Jordan Ford war der erste ALBA-Neuzugang des Sommers. Nun ist der 28-jährige US-Guard seit ein paar Wochen in Berlin und hat sein erstes Testspiel mit den Albatrossen hinter sich. Ein guter Zeitpunkt also, um zu erfahren, wie er inzwischen in Berlin angekommen ist. Im Interview spricht Ford über seine Heimat Kalifornien, seine ersten Eindrücke von Berlin und seine Schachleidenschaft. (Fotos: Florian Ullbrich)

Wenn du eine Schachfigur wärst – welche wärst du und warum?

Das ist eine gute Frage (lacht). Ich glaube, ich wäre der Springer, weil er sich anders bewegt als jede andere Figur auf dem Brett. In bestimmten Spielsituationen kann der Springer außerdem sehr wertvoll sein. Deshalb gefällt er mir.

Du warst als Kind einer der besten Schachspieler deines Alters. Spielst du heute noch?

Ich bin zwar ein bisschen eingerostet, aber ich spiele immer noch gelegentlich zum Spaß. Nicht mehr so wie früher, als ich klein war. Aber mein Vater und ich spielen noch manchmal gegeneinander, und auch sonst setze ich mich hin und wieder ans Brett – gerade online. Ich spiele auf chess.com, mein Nutzername ist thestorm3.

Dann kannst du in Zukunft vermutlich mit einigen Herausforderungen unserer Fans rechnen.

Nur zu – ich freue mich darauf. Bring it on!
 

 


Du bist in Kalifornien aufgewachsen und hast dort an der Highschool, am College, in der G League und sogar in der NBA gespielt. Was bedeutet deine Heimat für dich?

Ich liebe Kalifornien und besonders Sacramento. Ich bin dort aufgewachsen und habe dort einen Großteil meines Weges zurückgelegt. Meine Heimat bedeutet mir deshalb alles. Im Sommer zieht es mich immer wieder zurück, um dort zu trainieren und Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden zu verbringen.

Was ist das Besondere an Kalifornien?

Wir haben gutes Wetter, tolles Essen und großartige Menschen. Die Energie ist einfach sehr positiv – das passt gut zu mir.

Du hast in der G League lange um einen Platz in der NBA gekämpft. Wie hast du diese Konkurrenz erlebt?

Die G League ist sehr konkurrenzbetont. Dort spielen viele sehr gute Athleten und zahlreiche Spieler, die am College Stars waren, es aber zunächst nicht in die NBA geschafft haben. Sie versuchen, sich weiterzuentwickeln und den Sprung zu schaffen. Das macht die Liga definitiv sehr anspruchsvoll.

Und was ging dir durch den Kopf, als du schließlich dein NBA-Debüt für die Kings gegeben hast?
Auch wenn ich nicht lange in der NBA gespielt habe, war mein Debüt unglaublich schön – vor allem, weil ich es in meiner Heimatstadt Sacramento geben durfte. Einfach ein großartiges Gefühl.
 

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2024 bist du zum ersten Mal nach Europa gewechselt, genauer gesagt zu Trento in Italien. Was war für dich die größte Umstellung?

Die größte Umstellung betraf das Leben außerhalb des Sports. Aber auch die Feinheiten des europäischen Basketballs zu verstehen, hat Zeit gebraucht. Vor allem ging es darum, sich an die jeweilige Kultur zu gewöhnen und damit klarzukommen, weit weg von zuhause zu sein.

Was war dabei besonders schwierig?

Es ist ziemlich herausfordernd, sich in einem fremden Land einzugewöhnen und sich gleichzeitig voll auf den Basketball zu fokussieren. Gute Beziehungen zu den Mitspielern helfen dabei aber enorm.

Was hast du aus deinen Stationen bei Trento, den Trapani Shark und in der Türkei mitgenommen – sportlich und persönlich?

Ich habe mein Spielverständnis weiterentwickelt. Der europäische Basketball wird in mancher Hinsicht anders gespielt als der amerikanische. Deshalb ging es für mich vor allem darum, weiter zu lernen und die taktischen Besonderheiten des europäischen Basketballs zu verstehen.
 

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Du bist jetzt seit ein paar Tagen in Berlin. Was sind deine ersten Eindrücke von der Stadt und vom Team?

Mir gefällt die Stadt. Berlin ist sehr groß, und ich habe gehört, dass es viele gute Restaurants gibt. Ich esse gerne – deshalb werde ich sicherlich einige davon ausprobieren. Was das Team angeht: Ich habe den Eindruck, dass die Mannschaft gut harmoniert. Viele Jungs kennen sich schon eine Weile. Ich freue mich darauf, die Saison mit ihnen zu erleben.

Wer hat dir den Einstieg bei ALBA bisher besonders erleichtert?

Norris. Er hat mir zum Beispiel direkt einen Friseur vermittelt. Außerdem hat er mir von Anfang an gesagt: „Wenn du etwas brauchst, kannst du jederzeit zu mir kommen.“ Deshalb würde ich sagen: Norris.

Welche Rolle möchtest du in dieser Mannschaft übernehmen – sportlich und als Persönlichkeit?

Mein Ziel ist es immer, jeden Ort besser zu hinterlassen, als ich ihn vorgefunden habe. Ich möchte, dass wir als Team so viele Spiele wie möglich gewinnen und am Ende die Meisterschaft holen. Gleichzeitig möchte ich einfach ich selbst sein.

Was können die Fans von deinem Spiel erwarten?

Ich bin normalerweise der kleinste Spieler auf dem Feld, aber dafür ziemlich schnell. Ich versuche, meine Schnelligkeit zu nutzen, um in die Zone zu ziehen, Floater zu werfen, für meine Mitspieler zu kreieren und Dreier zu treffen.

Wie verbringst du deine Zeit abseits des Basketballfelds?

Ich schaue Fernsehen und Netflix, gehe ins Kino und probiere gern neue Restaurants aus. Außerdem telefoniere ich viel mit meiner Freundin, meiner Familie und meinen Freunden zuhause. Wie gesagt, ich bin sehr heimatverbunden (lacht). Und natürlich Schach!

Jordan, vielen Dank für das Gespräch!

Sehr gerne.