Nach ihrer schweren Knieverletzung arbeitet sich ALBA-Flügelspielerin Leoni Kreyenfeld Schritt für Schritt zurück aufs Basketballfeld. Im Interview spricht sie über einen intensiven Sommer, die Herausforderungen einer langen Reha und die Unterstützung des Teams dabei, einen speziellen Satz vom Coach und ihre Ziele für die neue Saison. (Fotos: Tilo Wiedensohler / Florian Ullbrich)

Leoni, wie geht es dir aktuell?

Mir geht es gut. Es geht voran und natürlich ist meine Reha weiterhin mit viel Arbeit verbunden. Gleichzeitig ist es schön, wieder mehr mit dem Team zusammen zu sein und gemeinsam in die neue Saison zu starten.

Wie hast du deinen Sommer verbracht?

Vor allem in der Halle. Eine richtige Pause gab es für mich in diesem Jahr kaum. Ich war einmal kurz im Urlaub, den größten Teil des Sommers habe ich aber hier mit unseren Physios und Athletiktrainern verbracht. Dazu kam noch die Klausurenphase an der Uni. Es war also ein ziemlich beschäftigter Sommer.

Wie viel kannst du aktuell schon trainieren?

Ich habe inzwischen angefangen, wieder einige Übungen mit dem Team mitzumachen – bisher allerdings noch ohne Kontakt. Wir steigern die Belastung langsam. Manchmal reagiert das Knie noch und dann muss man wieder einen kleinen Schritt zurückgehen. Aber das gehört zur Reha dazu: Man macht ein paar Schritte nach vorne und manchmal eben wieder einen zurück.

Wie fühlt sich dein Knie im Vergleich zum Ende der vergangenen Saison an?

Deutlich besser. Ich habe das Gefühl, dass es eigentlich von Woche zu Woche Fortschritte gibt. Das hilft auch mental sehr, weil man merkt, dass sich die ganze Arbeit auszahlt.
 

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Gibt es bereits einen Zeitplan für dein Comeback?

Unser medizinisches Team versucht bewusst, mir keinen festen Termin vorzugeben. Es gibt natürlich verschiedene Meilensteine innerhalb der Reha, aber ich bekomme nicht ständig gesagt: Bis zu diesem Datum musst du diesen Punkt erreicht haben. Das nimmt Druck heraus und ist für mich mental sehr hilfreich.

Da bei meiner Verletzung neben dem Kreuzband auch das Innenband und beide Menisken betroffen waren, war von Anfang an klar, dass die Reha länger dauern würde. Ursprünglich war die Erwartung, dass ein vollständiges Comeback wahrscheinlich erst im Dezember möglich sein würde. Die Reha ist bisher aber sehr gut verlaufen. Deshalb besteht die Hoffnung, dass es vielleicht auch schon etwas früher klappen könnte.

War das deine erste wirklich schwere Verletzung?

Ja. Natürlich hatte ich wie wahrscheinlich fast jede Leistungssportlerin schon kleinere Verletzungen und bin auch häufiger umgeknickt. Etwas Vergleichbares hatte ich aber noch nie. Der einzige Riss, den ich vorher einmal hatte, war eine Sehne im Finger – da war ich zwölf Jahre alt.
 

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Was war die größte Herausforderung in dieser langen Zeit?

Man weiß zwar, dass eine Kreuzbandverletzung eine lange Reha bedeutet, aber ich glaube, man unterschätzt trotzdem, wie lang sich diese Zeit tatsächlich anfühlt. Bei mir kam dazu, dass es eben nicht nur das Kreuzband war.

Was hat dir in diesen schwierigen Phasen geholfen?

Der Support aus dem Team und vom gesamten Staff war wirklich großartig. Gerade in den ersten Monaten haben mich unser Athletiktrainer Philipp Kotowski und Alfonso [Rosales, Physiotherapeut] sehr eng begleitet. Sie haben es auch in schwierigen Momenten immer wieder geschafft, mich zum Lachen zu bringen.

Wie schafft man es, sich trotz einer so langen Verletzung weiterhin als Teil des Teams zu fühlen?

Ganz am Anfang hat Cristo [Cabrera, Cheftrainer] etwas zu mir gesagt, das mir sehr geholfen hat. Direkt nach der Diagnose meinte er: „Deine Saison ist jetzt nicht beendet, du hast einfach nur ein anderes Ziel.“

Dieser Satz ist bei mir hängen geblieben. Auch das Team hat immer versucht, mich einzubeziehen. Bei Auswärtsspielen konnte ich natürlich nicht dabei sein und mit den Krücken waren viele Dinge schwieriger. Dann haben wir zum Beispiel auch mal einen Spieleabend hier im Trainingszentrum gemacht. Solche Dinge haben mir sehr geholfen. Ich bin sehr dankbar, so tolle Menschen im Team zu haben.
 

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Was sind deine Ziele für die neue Saison – individuell und mit dem Team?

Wir haben viele neue Spielerinnen und müssen als Team herausfinden, was wir auf dem Feld voneinander brauchen und wie wir uns gegenseitig am besten in Szene setzen können. Menschlich funktioniert das schon sehr gut, aber sportlich braucht so etwas natürlich Zeit.

Im EuroCup wollen wir den nächsten Schritt machen. In unserer ersten Saison war vieles neu und für viele Spielerinnen war es die erste Erfahrung auf diesem Niveau. Jetzt wollen wir versuchen, aus der Gruppe herauszukommen und unsere Rolle als EuroCup-Team noch stärker anzunehmen.

Und natürlich wollen wir auch national wieder um den Pokal und die Deutsche Meisterschaft spielen. Da wollen wir angreifen.

Und persönlich?

Mein großes Ziel ist natürlich das Comeback. Gleichzeitig möchte ich dabei die nötige Geduld haben. Mein Wille zurückzukommen ist auf jeden Fall groß!