Nach elf Jahren und drei Aufstiegen im ALBA-Trikot hatte Lucy Reuß im letzten Sommer ihre Karriere als Profi-Basketballerin beendet, jetzt kehrt sie in neuer Funktion zurück und spricht im Kurz-Interview mit unserer Managerin für Mädchen- und Frauenbasketball Svenja Brunckhorst über ihre zukünftige Rolle als Koordinatorin des Mädchenbereichs. Willkommen zurück, Lucy!

Fotos: Florian Ullbrich

Hi Lucy, möchtest du dich noch einmal kurz vorstellen?

Lucy Reuß: Hi, ich bin Lucy, seit 1. April Koordinatorin des Mädchenbereichs bei ALBA BERLIN. Und das ist meine Chefin (zeigt auf Svenja).

Svenja Brunckhorst: So schnell geht's (lacht)!

Svenja, wie fühlst du dich damit, Lucy jetzt in dieser neuen Rolle im Team zu haben?

Svenja: Ich bin sehr, sehr glücklich und happy, dass wir Lucy wieder zurückhaben und diesmal nicht auf dem Spielfeld, sondern auf der anderen Seite. Ich glaube, Lucy ist eine perfekte Addition für unser Programm. Du weißt besser denn je, wie der Mädchen- und Frauenbasketball sich über die Jahre bei Alba Berlin entwickelt hat und darum war es natürlich ganz klar für uns, dass wir mit dir zusammenarbeiten möchten und wir freuen uns sehr darauf. Ich glaube, da wird sehr, sehr viel Tolles passieren in der Zukunft.

Lucy, wie fühlst du dich mit Blick auf deine neue Position?

Lucy: Ich freue mich extrem auf die neuen Aufgaben. Wir arbeiten zusammen im Doppelpack. Ich glaube, das ist auch noch mal richtig stark, hier jetzt zwei Frauen als Gesichter zu haben im weiblichen Bereich. Und ich freue mich weiterzuarbeiten, wo ich als Spielerin aufgehört habe.

Welche Themen stehen zum Start im Fokus eurer Arbeit?

Svenja: Das Wichtigste und Spannendste ist ein großes Projekt, das wir in den letzten Monaten konzipiert haben, da soll Lucy auch die Projektleitung sein. Es geht um ALBA BERLIN HER:OES. Das ist ein Projekt dazu, wie der perfekte Weg für ein Mädchen von 3 bis 18 Jahren im Basketball aussehen kann. Das ist ein ganz, ganz wichtiges Projekt, wie wir bessere Zugänge, die richtige Ansprache, und damit ganz viele Sachen, die nicht typisch sind oder manchmal nicht im Basketballverein wirklich mitgedacht werden, umsetzen können. Da sind wir gerade in der Strukturentwicklung und da soll auch Lucy federführend für verantwortlich sein. Da kommt wirklich ein sehr, sehr großes und wichtiges Projekt für den Mädchenbasketball auf uns zu. Mir war es auch wichtig von Anfang an, seit ich hier bin, dass wir Strukturenentwicklung ganz oben ansiedeln, dass wir die Infrastruktur für Mädchen- und Frauenbasketball verbessern. Das war auch in unseren Gesprächen von Anfang an das Hauptthema. Und ich glaube, das ist auch ein wichtiges Element für dich, oder?

Lucy: Ja, auf jeden Fall. Es ist natürlich immer toll, wenn Projekte für Mädchen und Frauen entstehen. Es ist aber noch besser, wenn man das strukturell im Verein verankern kann. Das haben wir uns jetzt auf die Liste gesetzt und sind da auch über Gespräche schon während meiner aktiven Spielerzeit doch immer sehr tief in das Thema eingestiegen. Deswegen ist es jetzt umso toller, dass wir das umsetzen dürfen.

Lucy, wie kam es dazu, dass du diese Rolle jetzt übernommen hast?

Lucy: Als ich die aktive Spielerkarriere beendet hatte, war das ganz weit weg. Eigentlich habe ich da gar nicht drüber nachgedacht, weil durch mein Jurastudium das jetzt eigentlich auch nicht auf meiner Agenda stand. Das ist dann so ein bisschen einfach durch Gespräche mit Marco Baldi und Svenja entstanden, einfach über Themen, die einen beschäftigen, während man Basketball spielt. Ich war ja elf Jahre im Verein Spielerin und habe viel miterlebt von der Entwicklung des weiblichen Bereichs und gerade natürlich des Frauen-Profi-Bereichs. Das war früher nicht so, wie es jetzt ist. Ich glaube, da können wir beide sehr profitieren von unseren Erfahrungen. Svenja als Koryphäe des deutschen Basketballs und bei mir vielleicht eher auf den Verein bezogen.

Was hat euch letztlich überzeugt, diesen gemeinsamen Weg einzuschlagen?

Lucy: Wir haben ziemlich schnell gemerkt, dass es einfach super viele Themen gibt, die uns total reizen und die wir anpacken wollen, die wir verbessern wollen. Und ja, die ersten Gespräche sind in mehr Gespräche ausgeartet und irgendwann wurde es dann doch konkret. Ich bin super, super happy, dass wir etwas gefunden haben, wo wir alle sagen, das ist eine sehr nützliche und sinnvolle Arbeit, die wir hier machen.

Svenja: Das kann ich nur bestätigen!